Du hast einen Text mit KI erstellt – und bist dir nicht sicher, ob er „zu KI“ klingt? Dann lass doch einfach eine andere KI drüber schauen. KI oder nicht? Genau das ist die Idee: Lass deinen KI-Text von einem zweiten Sprachmodell prüfen. Und zwar nicht nur auf „Hat das eine KI geschrieben?“, sondern lass dir eine aufschlussreiche Begründung geben.
Warum das wichtig ist
Viele KI-generierte Texte klingen glatt und sind toll formuliert, aber auch ein bisschen seelenlos. Wer sie liest, merkt oft schnell: Da fehlt der menschliche Touch. Wenn du deine Texte beispielsweise für eine Bewerbung nutzt, sei es das Motivationsschreiben oder das Kurzprofil im Lebenslauf, willst du aber genau das vermeiden.
Ein zweites Sprachmodell kann dir helfen, deinen Stil zu verfeinern. Und es kommt noch besser: Die Begründung, warum ein Text als KI-Text erkannt wird, zeigt dir genau, wo du am Prompt schrauben musst. So entwickelst du schnell ein besseres Gespür für Sprache, Wirkung und Stil. Und dank der Hinweise kannst du deinen KI-generierten Text in wenigen Sekunden optimieren (lassen).
So funktioniert’s
- Text erstellen: Nutze ein KI-Tool deiner Wahl (z. B. ChatGPT, Claude, Gemini).
- Text analysieren lassen: Kopiere den fertigen Text in ein zweites Modell, das eine KI-Erkennung bietet (z. B. eins der oben genannten oder auch GPTZero, Winston AI, Sapling AI) und gib klare Anweisungen, was das Tool für dich tun soll (siehe Beispiel-Prompt unten).
- Hinweise ernst nehmen: Achte nicht nur auf das Ergebnis, sondern besonders auf die Begründung:
- Sind die Sätze zu einheitlich?
- Fehlen emotionale Sprache, Beispiele, Anekdoten?
- Wird zu oft passiv formuliert?
Beispiel-Prompt für die Prüfung…
„Bitte analysiere den folgenden Text daraufhin, ob er wahrscheinlich von einer KI geschrieben wurde. Gib eine Einschätzung mit Begründung ab. Nenne typische sprachliche Merkmale, die auf einen KI-Ursprung hinweisen, und mach Vorschläge, wie ich diese Textstellen verbessern kann.“
…und für die Textverbesserung:
Nutze die Hinweise aus der Analyse und passe deinen Prompt an. Zum Beispiel:
„Schreib lebendig und menschlich, mit Ecken und Kanten. Füge Emotionen ein. Nutze eine klare, aber abwechslungsreiche Sprache. Verwende kleine Beispiele oder Anekdoten.“
Selbstverständlich musst du die KI mit Beispielen und Anekdoten aus deinem eigenen Arbeitsalltag füttern, damit dein Text auch wirklich authentisch wird.
Um noch authentischer zu wirken, kannst du auch einen bestimmten Stil vorgeben. Oft ist das eher lustig als nützlich, aber es kann dich auf neue Ideen bringen. Probiere es beispielsweise mal mit einem Prominenten, beispielsweise Otto Waalkes oder Donald Trump (der Trump’sche Stil wird von der KI übrigens oft als „KI-generiert“ eingestuft – Grund sind die zahlreichen, masslosen Übertreibungen):
„Bitte formuliere den Text nochmal neu. Schreibe ihn im Stil von Anke Engelke„.
Das funktioniert auch mit deinem eigenen Schreibstil. Dazu benötigst du allerdings einige selbst geschriebenen Text. Damit fütterst du zunächst die KI, lässt sie deinen Stil analysieren und diesen dann auf einen neuen Text anwenden.
Wenn im Text viele Wörter vorkommen, die du nie im Leben verwenden würdest, oder dir der Satzaufbau kompliziert scheint, kannst du auch das von der KI korrigieren lassen. Erweitere deinen Prompt beispielsweise so:
„Verwende eine einfache Sprache (Deutsch Niveau B2) und vermeide komplizierte Schachtelsätze.„
Fallbeispiel gefällig?
Du schreibst ein Motivationsschreiben mit KI. Die zweite KI sagt: „Klingt generisch. Keine echten Erfahrungen, keine Emotionen.“ Zack: Prompt anpassen, echte Anekdote einfügen, nochmal generieren. Jetzt klingt es nach dir – und nicht mehr nach Maschine.
Oder ein anderes Beispiel: Du generierst einen LinkedIn-Post. Die Analyse ergibt: „Satzstruktur zu gleichförmig, kaum Varianz, keine rhetorischen Fragen.“ Du reagierst mit: „Schreib im Stil eines inspirierenden LinkedIn-Beitrags. Nutze Fragen, kurze Absätze und eine klare Meinung.“
Auch hier kann die KI natürlich deine Meinung nicht kennen, sondern du musst sie ihr geben – und erhältst sie elegant formuliert zurück.
Fazit: KI + KI = mehr Mensch
So paradox es klingt: Wenn zwei KIs an einem Text arbeiten, kann das Ergebnis menschlicher wirken. Das eine Sprachmodell schreibt dir den Text, und das andere sagt dir, wo du ihn verbessern solltest. Und sehr schnell spielt es gar keine Rolle mehr, wie die Frage „KI oder nicht?“ beantwortet wird – weil dein Text so oder so überzeugt.
Probier’s aus: Teste deine Texte mit einem zweiten Modell. Spiel mit den Prompts. Und finde den Sweet Spot zwischen Klarheit und Charakter.



